Gesetzliche Rahmenbedingungen

Mit einer Reihe von Gesetzen, Anreizen und Förderungen steuern Bund und Länder die Umsetzung der Energiewende in Deutschland. Wer einen Neubau oder eine Sanierung plant, für den sind einige Gesetze und Regelungen unmittelbar relevant.

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die EnEV definiert Mindeststandards für die energetische Gebäudequalität. Beurteilt wird die Gesamtenergie­bilanz eines Gebäudes, in die sowohl die Eigenschaften der Anlagentechnik als auch des baulichen Wärmeschutzes einfließen. Bei Neubau und Sanierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden müssen die Vorschriften eingehalten werden. Aber auch für bestehende Gebäude gibt es Nachrüstpflichten. Wesentlich für die Beurteilung der energetischen Qualität ist der Primär­energiebedarf. Er bezieht sich auf die beheizte Wohnraumfläche und berücksichtigt neben dem Energiebedarf für Heizung und Warmwasser auch die Verluste, die bei Gewinnung, Aufbereitung und Transport des Energieträgers anfallen. Die Nutzung erneuerbarer Energien wirkt sich positiv auf die Gesamtenergiebilanz aus. Weitere Mindestanforderungen bestehen an die Gebäudedichtheit und an Wärmeverluste über die Gebäudehülle (sog. Transmissionswärmeverluste). 

Informationen: www.enev-online.com

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Seit 2009 besteht bei allen Neubauten die Pflicht, für die Wärmeversorgung einen festgeschriebenen Anteil erneuer­barer Energien einzusetzen. Seit 2011 gilt dies auch für die Kälteerzeugung. Wenn das nicht möglich ist, dann können stattdessen andere klimaschonende Maßnahmen ergriffen werden, wie z. B. eine stärkere Dämmung oder die Deckung des Wärme- und Kältebedarfs zu mindestens 50 % aus Abwärme oder aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. 

Informationen: www.erneuerbare-energien.de (» Recht und Politik)

Bundesimmissionsschutzverordnung

Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) 

Die Verordnung gilt sowohl für Heizkessel, die mit Öl oder Gas betrieben werden, als auch für Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe, wie Kaminöfen oder Holzpelletheizungen. Neue Anlagen müssen strenge Grenzwerte für Feinstaub, Kohlenmonoxid (CO) und andere Schadstoffe einhalten sowie bestimmte Mindestwirkungsgrade erreichen. Bestehende Anlagen müssen, falls die Grenzwerte nicht eingehalten werden, nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden. Zuständig dafür ist Ihr Schornsteinfeger. 

Informationen: www.bmub.bund.de  (» Themen » Luft · Lärm · Verkehr » Luftreinhaltung » Feinstaub) 

Denkmalschutz

Bei Baudenkmälern und bei Gebäuden in einem Denkmalensemble kann von den Anforderungen der EnEV abgewichen werden, wenn deren Erfüllung die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigen oder zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand führen würde. Aber auch ohne Verluste an historischer Bausubstanz können Energieeinsparungen erzielt werden. Zwar bezieht sich der Schutz in der Regel auf das gesamte Gebäude, in der Einzelbetrachtung können jedoch an einzelnen Bauteilen Veränderungen vorgenommen werden. Mittlerweile gibt es außerdem einige technische Alternativen, die sich mit dem Erhalt historischer Bauelemente vereinen lassen.

Gebäudeenergiegesetz 2018

Wer plant und baut, sollte die Energiestandards im Blick behalten, die zum Zeitpunkt des Bauantrages gelten werden: 2018 soll ein neues Gebäudeenergie­gesetz (GEG) in Kraft treten, das das Energieeinsparungsgesetz EnEG, die EnEV und das EEWärmeG zusammenführt. Und als Ausblick: Ab 2021 müssen nach EU-Vorgaben alle Neubauten im Niedrigstenergie-Standard errichtet werden.

Informationen: www.enev-online.com

Genehmigungspflicht

Alle Bau- und Sanierungsmaßnahmen an denkmalgeschützten Gebäuden müssen jeweils im Einzelfall beurteilt werden und sind immer erlaubnis- bzw. genehmigungspflichtig. Bitte wenden Sie sich an folgende Stellen:

Stadt Coburg Stadtbauamt – Bauordnung

Steingasse 18, 96450 Coburg
Klemens Sagodi
09561/891634
E-Mail senden


Landratsamt Coburg, Bauamt (rechtlich)

Lauterer Straße 60, 96450 Coburg
Siegfried Roos
09561/514262
E-Mail senden