Energie und Klima im Coburger Land

Der Klimaschutz und die Gestaltung der Energiewende vor Ort sind zentrale Handlungsfelder für die ökologische und ökonomische Weiterentwicklung der Region Coburg. Beide Themen sind von globalem Ausmaß, bieten aber viele Chancen und Perspektiven für das Coburger Land.

Die Einigung von über 190 Ländern im Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 macht den dringenden Handlungsbedarf in Sachen Klimaschutz deutlich. Doch nicht nur auf internatio­naler, nationaler und auf Bundesländer-Ebene sind Strategien zur Reduzierung der CO2-Emissionen notwendig. Gerade auf kommunaler Ebene greifen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Förderanreize und der Fortschritt der Technologie und es lassen sich schnell Erfolge bei der Energieeinsparung, Effizienzsteigerung und dem Ausbau der erneuerbaren Energien erreichen.

Hierzu sind jedoch alle Bürgerinnen und Bürger gefragt. Nahezu alle Klimaschutzmaßnahmen und technischen Innovationen bringen auch unmittelbare Vorteile mit sich: Energieeinsparungen sind langfristig mit Kostenersparnis verbunden, umweltfreundliche Mobilitätsformen mit steigender Fitness, Park­raumentspannung oder mehr Fahrspaß und Effizienzsteigerungen zudem mit optimierter Technik bzw. höherem Nutzungskomfort. Und gerade beim Ausbau der erneuerbaren Energien kann es viele Gewinner geben – sei es bei genossenschaftlich organisierten und durch regionale Unternehmen umgesetzten Projekten oder allein durch die Sauberkeit der Energieerzeugung. 

Diesen Vorteilen, aber auch dem dringenden Handlungsbedarf, ist sich auch die Region Coburg bewusst und hat deshalb in den vergangenen Jahren ihre Klimaschutzbemühungen verstärkt.

Klimaschutzmanagement

Seit April 2015 koordiniert Klimaschutzmanagerin Lisa Güntner die Umsetzung der im Klimaschutzkonzept erarbeiteten Maßnahmen in der Region Coburg. Hierzu zählen neben der Organisation zahlreicher Projekte und Veranstaltungen auch das Netzwerken mit lokalen Akteuren und die Öffentlichkeitsarbeit. So liegen z. B. die Koordinierung der monatlichen Bürger-Energieberatungstermine (siehe S. 32), die Mitgestaltung der jährlichen Energiespartage, die Begleitung des kommunalen Elektromobilitätskonzeptes sowie verschiedene Umweltbildungsangebote für Kinder und Jugendliche in ihrem Aufgabenbereich. 

Ihre Ansprechpartnerin zu allen Fragen rund um die Themen Energie und Klimaschutz im Coburger Land:

Klimaschutzmanagement Ansprechpartnerin

Lauterer Straße 60, 96450 Coburg
Lisa Güntner
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Mit gut 3.000 Photovoltaik-Anlagen, 25 Biogasanlagen, 20 Wasserkraftanlagen und drei Windenergieanlagen konnten alleine im Landkreis Coburg zum Ausbaustand 2015 bereits 150 GWh Strom durch erneuerbare Energieträger erzeugt werden. Hinzu kommen bei knapp 4.000 Solarthermieanlagen und 24 Kraft-Wärme-Kopplungs-Biogasanlagen rund 86 GWh Wärmeenergie.

Die Potenzialanalyse der Energieträger Wind, Wasser, Sonne und Biomasse für den Landkreis Coburg aus dem Jahr 2017 zeigt jedoch auch auf, dass noch weitaus mehr Projekte realisiert werden könnten. Inzwischen ist mit neun neuen Windenergie-Anlagen eine installierte Leistung von gut 23 MW an sauberer Energie hinzugekommen. Auch eine neue Photovoltaik-Freiflächenanlage mit knapp 10 MW Leitung konnte realisiert werden.

Aber auch Projekte zur solaren Klärschlammtrocknung und Klärschlammvergasung sowie Nah- und Fernwärmenetze lassen sich in der Region finden, sodass das gesamte Spektrum der erneuerbaren Energieerzeugung genutzt wird.

Ein großes Potenzial schlummert noch auf den Dachflächen. Bereits 2016 wurde ein Solarpotenzialkataster für die gesamte Region Coburg bereitgestellt, über das sich Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen informieren können, ob die eigenen Dachflächen zur Installation einer Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage geeignet sind. Nach einer ersten Analyse der  Dachfläche und der zu kalkulierenden Investitionskosten findet der interessierte Bürger über das Portal auch professionelle Partner in der Region, die sein Projekt planen und umsetzen können.

Weitere Informationen: www.solare-stadt.de/region-coburg

Ein Schwerpunkt der Klimaschutzbestrebungen der Region Coburg ist die Gestaltung intelligenter und umweltfreundlicher Mobilitätslösungen. Hierzu zählt vor allem der Ausbau der Elektromobilität. Im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit wird 2018 ein Gesamtkonzept erarbeitet, das auf die Bedürfnisse aller Mobilitätsteilnehmer abgestimmt wird. Bei rund 330 Elektro- und Hybridfahrzeugen zum Stand Juni 2017 sind es vor allem die Unternehmen und Kommunen, die mit der Umrüstung auf Elektrofahrzeuge vorangehen. Hinzu kommen von Technik und Fahrerlebnis begeisterte Bürgerinnen und Bürger, die zeigen, dass die aktuellen Reichweiten und Lademöglichkeiten für den Alltagsverkehr bereits ohne Probleme ausreichen. Zukünftig sollen auch das Ladenetz in Coburg weiter ausgebaut und die Rahmenbedingungen für E-Fahrzeuge, Carsharingmodelle und automatisiertes Fahren optimiert werden. Der Fuhrpark des Landratsamtes Coburg ist bereits mit sieben Fahrzeugen elektrisch unterwegs.

Das Radfahren stellt einen weiteren Schwerpunkt bei der CO2-Reduzierung, aber auch für Parkraumlösungen, Luftverbesserung und Gesundheitsförderung dar. Über Maßnahmen wie die digitale Kartierung der Radwegebeschilderung, die Neubeschilderung und regelmäßige Radveranstaltungen soll der Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr, sowohl bei Arbeitswegen als auch im Freizeitbereich, erhöht werden. 

Gleiches Ziel gilt für die Angebote des Öffentlichen Nahverkehrs, der Ende 2016 durch die Arbeitsgemeinschaft ÖPNV im Landkreis umstrukturiert wurde und beispielsweise mit Anruf-Sammel-Taxi-Angeboten nun auch individuellere Lösungen im ländlichen Raum ermöglicht.

Weitere Informationen: www.coburgmobil.de

  • Windpark Bürgerwald in Welsberg im Itzgrund, mit einer Nennleistung von 9,6 MWFoto: Gabriele Arnold
  • Foto: Region Coburg